Kulturvereinbarung Sønderjylland-Schleswig 2025–2028

Wo Grenzen aufeinandertreffen, entsteht Gemeinschaft

Die Kulturvereinbarung Sønderjylland-Schleswig 2025–2028 bringt Kommunen, Institutionen und Menschen in gemeinsamen kulturellen Gemeinschaften zusammen.

Kultur als Motor für Gemeinschaft, Lebensqualität und Demokratie


Die Kulturvereinbarung Sønderjylland-Schleswig ist eine der gemeinsamen Kulturinitiativen unter der Region Sønderjylland-Schleswig, die der Kulturausschuss Sønderjylland-Schleswig für den Zeitraum 2025–2028 beschlossen hat.

Die Vereinbarung vereint Kommunen, Kultureinrichtungen und regionale Akteure rund um ein gemeinsames Ziel: den Zusammenhalt im Grenzland durch Kunst, Kultur und gemeinsame Erlebnisse zu stärken.

Der Schwerpunkt zwischen 2025 und 2028 liegt auf Gemeinschaften durch Kultur sowie auf Kultur und Demokratie.

Die Kulturvereinbarung beruht auf dem grundlegenden Glauben, dass grenzüberschreitende Zusammenarbeit einen Wert schafft, den niemand allein erreichen kann. Wenn Menschen durch Kultur zusammenkommen, entstehen neue Beziehungen, ein größeres gegenseitiges Verständnis und ein stärkeres gemeinsames Fundament für die Zukunft.

Warum eine Kulturvereinbarung?


Das Grenzland ist ein einzigartiger Raum, in dem Menschen, Sprachen, Kulturen und Traditionen täglich aufeinandertreffen. Gleichzeitig stehen sowohl Dänemark als auch Deutschland vor vielen der gleichen gesellschaftlichen Herausforderungen.

Die Kulturvereinbarung soll dazu beitragen, gemeinsame Lösungen und neue Gemeinschaften zu schaffen – durch die besondere Fähigkeit der Kultur, Menschen zusammenzubringen. Durch Projekte, Netzwerke, Talentförderung und kulturelle Aktivitäten werden sowohl die Beziehungen zwischen Menschen als auch die Zusammenarbeit zwischen Institutionen über die Grenze hinweg gestärkt.

Ziel ist nicht nur, gute Kulturerlebnisse zu schaffen, sondern auch zur Lebensqualität, zur demokratischen Teilhabe und zu einer stärkeren Gemeinschaft in der Grenzregion beizutragen.

Zwei gemeinsame Handlungsfelder


Lebensqualität durch kulturelle Gemeinschaften

Kunst, Kultur und Natur können Räume für Gemeinschaft, Vertiefung und Wohlbefinden schaffen.

Deshalb arbeitet die Kulturvereinbarung mit Projekten, die die Lebensqualität der Menschen durch kulturelle Gemeinschaften stärken. Die Aktivitäten richten sich unter anderem an Kinder und Jugendliche, ältere Menschen, Menschen in vulnerablen Lebenssituationen sowie an Bürgerinnen und Bürger, die neue Gemeinschaften suchen.

Zugleich ist es das Ziel, dass die Vereinbarung Netzwerke und Wissensaustausch zwischen Kultur- und Gesundheitsakteuren auf beiden Seiten der Grenze schafft, damit Erfahrungen und Methoden gemeinsam weiterentwickelt werden können.

Die Maßnahmen umfassen unter anderem:

  • Kunst- und Kulturaktivitäten in der Natur
  • Neue Gemeinschaften für Kinder, Jugendliche und Erwachsene
  • Talentförderung in Musik und Kultur
  • Deutsch-dänische Kulturprojekte und Netzwerke
  • Initiativen zur Stärkung von Wohlbefinden, psychischer Gesundheit und Lebensqualität

Auf den Spuren der Demokratie

Demokratie ist nichts, was wir als selbstverständlich ansehen können.

Deshalb arbeitet die Kulturvereinbarung daran, das Demokratieverständnis von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen durch Kultur, Dialog und gemeinsame Erlebnisse zu stärken.

Ziel ist es, Neugier, Reflexion und Engagement für gesellschaftliche Themen, Gemeinschaft und Bürgersinn zu wecken. Durch kulturelle Aktivitäten erhalten die Teilnehmenden die Möglichkeit, demokratische Werte wie Dialog, Zusammenarbeit, kritisches Denken und Respekt für unterschiedliche Perspektiven zu erkunden.

Die Maßnahmen umfassen unter anderem:

  • Demokratiecamps für dänische und deutsche Schülerinnen und Schüler
  • Demokratische Gespräche und Kulturdebatten
  • Kunst- und Kulturprojekte mit Fokus auf aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen
  • Aktivitäten zur Stärkung der Teilhabe von Kindern und Jugendlichen an der Gesellschaft

Eine gemeinsame Verantwortung für die Zukunft des Grenzlandes


Die Kulturvereinbarung ist mehr als eine Sammlung von Projekten und Aktivitäten. Sie ist ein gemeinsames Engagement, ein Grenzland zu entwickeln, in dem Menschen einander begegnen, voneinander lernen und neue Gemeinschaften über Sprache, Kultur und Nationalität hinweg schaffen.

Indem wir in Kultur investieren, investieren wir zugleich in Beziehungen, Verständnis und Zusammengehörigkeit – Werte, die entscheidend für eine starke und nachhaltige Zukunft in der deutsch-dänischen Grenzregion sind.

Die Partner hinter der Kulturvereinbarung

Die Kulturvereinbarung ist in der Region Sønderjylland-Schleswig verankert – in Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Kultureinrichtungen und regionalen Akteuren auf beiden Seiten der Grenze.

Gemeinsam arbeiten die Partner daran, ein starkes und lebendiges Kulturleben zu schaffen, das das Grenzland enger verbindet und Menschen die Möglichkeit gibt, sich zu begegnen, gemeinsam zu gestalten und sich weiterzuentwickeln.

Die Kulturvereinbarung legte einen besonderen Schwerpunkt auf Kinder und Jugendliche, die durch Kunst, Kultur und Bewegung in Interessengemeinschaften zusammengebracht wurden und die Möglichkeiten im Grenzland entdeckten. Kreative Gemeinschaften und gemeinsames Kulturerbe waren die Leitmotive, die die vierjährige Kulturvereinbarung prägten. Projekte wie u. a. „Worte im öffentlichen Raum“, „Literarische Stadtspaziergänge“ sowie die deutsch-dänische Kulturwoche mit über 3.000 Teilnehmenden gaben Bürgerinnen und Bürgern Raum, grenzüberschreitende Gemeinschaften zu bilden und zugleich die gemeinsame sprachliche Vielfalt und das Kulturerbe bewusster wahrzunehmen.

Die Kulturvereinbarung soll die Kulturkräfte über die deutsch-dänische Grenze hinweg bündeln – über die Kommunen Haderslev, Sønderborg, Aabenraa, Tønder, Kreis Nordfriesland und Kreis Schleswig-Flensburg, Stadt Flensburg, Region Syddanmark, das Kulturministerium in Dänemark und das Ministerium für Justiz, Kultur und Europa. Ziel ist, dass die Vereinbarung den gemeinsamen Kulturraum und die gemeinsame Identität über die deutsch-dänische Grenze hinweg stärkt.

Die Kulturvereinbarung Sønderjylland-Schleswig 2017–2020 ist abgeschlossen

Die Abschlussveröffentlichung der Kulturvereinbarung Sønderjylland-Schleswig erläutert, beschreibt und dokumentiert die Arbeit. Sie beschreibt, was in den letzten 4 Jahren umgesetzt wurde, all die zustande gekommenen Begegnungen und all die überwundenen Herausforderungen. Es wurden Menschen, Meinungen und Initiativen bewegt.
Es wurde im Dokumentationsmaterial zu den jeweiligen Projektaktivitäten gesammelt und sortiert und die Meinungen der Menschen eingeholt. Es wurden Interviews geführt sowie Videos und Fotos aufgenommen.


Lassen Sie sich überraschen und inspirieren und lesen Sie die Abschlussveröffentlichung hier.

Die kulturpolitische Vision der Kulturregion

Die Kulturvereinbarung der Kulturregion Sønderjylland-Schleswig ist eine Kooperationsplattform, die neben der nahen regionalen Perspektive auch eine europäische Dimension hat. Die Vereinbarung beruht auf Toleranz, gegenseitigem Verständnis und der offenen Gesellschaft. Die Kulturvereinbarung trägt zu einem freien Kulturraum bei und wird einen breiten Querschnitt der Bürgerinnen und Bürger im deutsch-dänischen Grenzland einbeziehen.

Es soll eine Basis für die Talentförderung entwickelt werden, die sowohl die Breite als auch die Spitze umfasst. Die Kulturvereinbarung wird den Dialog zwischen verschiedenen Kulturen fördern und einen Raum für Kulturbegegnungen, für Kommunikation und künstlerischen Austausch schaffen.

Ausgehend von der Geschichte, insbesondere von Volksabstimmungen und Grenzziehungen in der Zeit um 1920, wird ein Dialog mit anderen Grenzregionen angestrebt, um von den gemeinsamen Erfahrungen zu profitieren.

Handlungsfelder

  • Talentförderung
  • Kultur grenzenlos

Handlungsfeld 1: Talentförderung

Die Möglichkeiten, dass Bürgerinnen und Bürger in der Kulturregion Sønderjylland-Schleswig ihre künstlerischen Talente entwickeln können, sollen gefördert werden. Dabei soll ein besonderer Fokus auf Kindern und Jugendlichen liegen.

Die Kulturregion Sønderjylland-Schleswig ist dadurch gekennzeichnet, dass viele junge Menschen – insbesondere gut Ausgebildete – aus der Region wegziehen, die in weiten Teilen ländlich geprägt ist.
Gute Rahmenbedingungen für Talentförderung in Interessengemeinschaften sollen dazu beitragen, die Verbundenheit der Bürgerinnen und Bürger mit der Region zu stärken. Es gibt sowohl wirtschaftliche als auch fachliche Vorteile, die Talentförderungsangebote der Kulturregion zusammenzudenken. Die geografischen Entfernungen zu den Metropolen Aarhus, Kopenhagen, Kiel und Hamburg machen es für die Nutzerinnen und Nutzer zudem attraktiv, Angebote näher vor Ort nutzen zu können. Es soll daran gearbeitet werden, Kultur- und Sprachunterschiede zu respektieren und zu verstehen und sie als attraktive Ressource zu sehen.

Mehrere der künstlerischen Berufe haben einen niedrigen Status bzw. erfahren zu wenig Anerkennung. Die Begegnung mit Kunst und Kultur auf hohem Niveau soll Kinder und Jugendliche motivieren, mehr zu erleben, und ihr Interesse an Kultur fördern.

Ziele:

  • Die Talentförderung soll dazu beitragen, dass die kulturellen Besonderheiten der Region gestärkt werden, und zugleich ein Verständnis für die Wechselwirkung zwischen regionalen, nationalen und internationalen kulturellen Strömungen fördern.
  • Künstlerische Talente werden entdeckt und erhalten bessere Möglichkeiten, sich in Interessengemeinschaften über die Grenze hinweg weiterzuentwickeln.
  • Bestehende und neue Talentförderungsangebote werden zusammen gedacht, damit das Gesamtangebot der Kulturregion besser genutzt und Netzwerke aufgebaut bzw. gestärkt werden.
  • Mehr Kinder und Jugendliche erleben Kultur und Kunst auf hohem Niveau und entwickeln ein Verständnis für die hohe Professionalität der künstlerischen Berufe.
  • Künstlerische Talente erhalten bessere Möglichkeiten, ihr Können zu präsentieren. Das Up-coming-Umfeld wird weiterentwickelt.

Handlungsfeld 2: Kultur grenzenlos

Das Handlungsfeld soll Interesse und Respekt für die kulturelle Vielfalt der Region fördern und Rahmenbedingungen für neue transkulturelle Netzwerke schaffen.

In der Kulturregion Sønderjylland-Schleswig wird die kulturelle Vielfalt als Stärke gesehen, doch nur wenige sind sich des Umfangs dieser Vielfalt bewusst.
In der Kulturregion Sønderjylland-Schleswig leben rund 140 verschiedene Nationalitäten. Darunter sind viele internationale Studierende, und viele Menschen mit nichtwestlichem Hintergrund sind in großen Unternehmen beschäftigt. Unter denjenigen ohne deutschen und dänischen Hintergrund sind viele Einwandererinnen und Einwanderer sowie Asylsuchende. Begegnungen zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen in der Region sollen Berührungsängste abbauen und mehr gemeinsame Kulturerlebnisse ermöglichen.
Um den Dialog über die Bedeutung der Grenze früher und heute zu fördern, wird leicht zugängliches fachliches Material für die verschiedenen Zielgruppen benötigt.
Das Handlungsfeld macht es naheliegend, Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus Dänemark und Schleswig-Holstein einzubeziehen.
Die Kulturvereinbarung soll dazu beitragen, dass die Begriffe „Interkulturalität“ und „Transkulturalität“ auf die kulturpolitische Agenda der Region gesetzt werden.

Ziele:

  • Kunst und Kultur werden als naheliegende gemeinsame Plattform für Bürgerinnen und Bürger über kulturelle und soziale Hintergründe, Alter und Fachlichkeit hinweg genutzt, damit sie sich begegnen, Erfahrungen austauschen, Interessen teilen, Dialog schaffen u. a.
  • Der Wert der Vielfalt wird sowohl nach innen als auch nach außen sichtbar gemacht und als Bereicherung für die Gemeinschaft wahrgenommen.
  • Die Aktivitäten sollen sichtbar machen, wie die Besonderheiten verschiedener Bevölkerungsgruppen im Laufe der Zeit die kulturelle Entwicklung des Gebietes mitgeprägt haben.
  • Die Kulturvereinbarung soll dazu beitragen, eine breitere Nutzerschaft für die Kulturangebote der Region zu gewinnen, sodass die Zusammensetzung der Nutzerinnen und Nutzer die Vielfalt der Region widerspiegelt.
  • Anstoß eines Dialogs über die heutige Bedeutung von Grenzen.
  • Die Entwicklung im deutsch-dänischen Grenzland soll in einen kulturpolitischen Zusammenhang gestellt werden.

Folgen Sie der Kultur über Grenzen hinweg


Auf unseren Social-Media-Kanälen teilen wir Neuigkeiten, Veranstaltungen, Projekte und Inspiration aus der Region Sønderjylland-Schleswig. Hier können Sie das Kulturleben auf beiden Seiten der Grenze verfolgen und Einblicke in die Menschen, Gemeinschaften und Initiativen erhalten, die durch Kultur Verbindungen schaffen.

Sehen Sie Eindrücke von aktuellen Events, lassen Sie sich von neuen Kooperationen inspirieren und verfolgen Sie, wie Kultur Bürgerinnen und Bürger, Vereine und Akteure über Sprachen, Kommunen und Traditionen hinweg näher zusammenbringt.

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